Schmerzensgeld wegen des Vorwurfs fahrlässiger Körperverletzung: Ein Brückengeländer brach in einer österreichischen Gemeinde unter dem Gewicht eines 115 kg schweren Deutschen zusammen, nun muss der Bürgermeister des Ortes in Österreich eine Strafe zahlen. Das aber will er nicht akzeptieren.
Wien: Ein schwergewichtiger deutscher Urlauber stürzte auf einer kleinen Brücke und nun muss sich ein österreichischer Bürgermeister verantworten. Das Landgericht zu Salzburg verurteilte Engelbert Gnigler, Gemeindebürgermeister des kleinen am Attersee gelegenen Unterach, wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Zahlung von einigen tausend Euro als Schmerzensgeld und Strafe. So berichtete auf seiner Homepage der ORF. Auch Hermann Perner, sein Vorgänger, soll zahlen.
Der Tourist aus Deutschland war vor drei Jahren auf einer Wandertour in der Gegend des Attersees unterwegs. Auf einer kleineren Brücke in einer Schlucht des Burggrabenklamms glitt er aus, worauf hin er gegen das Brückengeländer fiel. Dieses hielt der Wucht des Mannes, immerhin 115 kg schwer, nicht stand. Der Mann rutschte in unwegsames Gelände, wobei er sich den Knöchel brach. Die Staatsanwaltschaft nahm darauf den Bürgermeister sowie seinen Vorgänger in die Verantwortung, weil sie als Gemeindeoberhäupter für die Instandhaltung und Erhaltung von Wegen verantwortlich sind.
Sie wollen jedoch gegen das Urteil Berufung einlegen. Die beiden erhalten zudem Unterstützung von Amtskollegen ihrer Region. Nach einem solchen Urteil würden die Gemeinden wohl konsequenterweise fast alle Brücken rückbauen oder Wege sperren müssen. Für den lokalen Tourismus wäre das eine Katastrophe.