Top-Manager besonders kriminell
Erschreckende Zahlen hat kürzlich eine Studie zum Thema Wirtschaftsstrafrecht präsentiert: auf über 8 Millionen Euro jährlich beläuft sich durchschnittlich der Schaden, den deutsche Unternehmen durch Wirtschaftskriminalität erleiden, konkret durch Diebstähle und Korruption. Dabei stammen die Täter nicht aus den unteren Unternehmensschichten, sondern sind in der Regel in der oberen Führungsebene zu finden.
Etwa jedes zweites Vergehen wird dabei von einem Mitarbeiter des eigenen Unternehmens begangen – in einer Strafanzeige mündet dies jedoch nicht immer. Hier werden Top-Manager deutlich seltener angezeigt als andere Mitarbeiter – anscheinend herrschen in diesem Punkt in vielen Firmen durchaus unterschiedliche Maßstäbe.
Positiv, so die Studie, seien jedoch die verstärkten Präventionsmaßnahmen gegen Korruption etc. Mehr als die Hälfte der größeren Unternehmen habe danach ein Anti-Korruptionsprogramm, was in den vergangenen Jahren zu einem Rückgang der Fallzahlen geführt hat. Nicht diesem Trend gefolgt ist die durchschnittliche Schadenshöhe. Sie beträgt durchschnittlich mehr als 8 Millionen Euro, nach dem es wenige Jahre zuvor noch weniger als 6 Millionen Euro waren. Als Grund nennt die Studie hier allerdings kein im Schnitt signifikant höheres Schadensniveau, sondern eine Reihe von Einzelfällen, die den Durchschnitt stark beeinflusst haben. Und auch die Aufklärung der Fälle habe für steigende Kosten gesorgt.
Deutlich gestiegen ist in den vergangenen Jahren zu dem das Bewusstsein für Wirtschaftskriminalität. Insbesondere die Auswirkungen auf das Firmen-Image sind deutlich in den Vordergrund gerückt und werden von vielen Unternehmen als ein Hauptgrund für die Bekämpfung von Korruption angesehen